Bei günstigem Zins Tilgung unbedingt erhöhen!
Jeder Kreditnehmer bemüht sich bei seiner Finanzierung um einen günstigen Zins. Tilgung ist der Begriff für den Betrag, um den das laufende Darlehen Monat für Monat reduziert wird.
Seit vielen Jahren gilt die Finanzierungsregel, dass der Darlehnsnehmer eine Annuität, Zins/Tilgung, von acht Prozent leisten können muss. Nur wer in der Lage ist, diesen monatlichen Kapitaldienst mit seinen Einkünften aufzubringen, sollte sich eine Immobilie in dieser Größenordnung zulegen. Reicht der Kapitaldienst dafür nicht aus, sollte das Vorhaben nicht ausgeführt, verschoben oder zu einem günstigeren Preis erworben werden. Kann der Kreditnehmer mit einem geringeren Zinssatz als sieben Prozent finanzieren, ein Prozent Tilgung muss der Kreditnehmer mindestens leisten, so sollte er die ersparten Zinsen für eine höhere Tilgung verwenden. Das hat den Vorteil, dass sich das Zinsänderungsrisiko mit Ablauf der Zinsbindung erheblich reduziert. Sollte sich der Zinssatz zu diesem Zeitpunkt auf einem hohen Niveau bewegen, so kann der Kreditnehmer davon ausgehen, dass sich sein monatlicher Kapitaldienst trotz des höheren Zinssatzes nicht nach oben entwickeln wird, zumindest aber nicht wesentlich höher wird. Durch die höhere Tilgung in der ersten Zinsperiode hat sich der aufgenommene Kredit schon wesentlich abgebaut und der neue Zinssatz muss nur noch auf die geringere Dalehnssumme gezahlt werden. Außerdem hat sich der Finanzierer schon an eine entsprechend hohe Rate gewöhnt.
Hat der Immobilienbesitzer bereits eine Finanzierung mit einem Tilgungssatz von beispielsweis einem Prozent abgeschlossen, so lassen die meisten Banken eine Veränderung des Tilgungssatzes während der Zinsbindungsperiode nicht zu. In diesem Fall kann dem Kreditnehmer nur geraten werden, eine im Darlehnsvertrag eingeräumte Sondertilgungsmöglichkeit regelmäßig zu nutzen. Die Sondertilgung beträgt in den meisten Verträgen fünf Prozent der ursprünglichen Darlehnssumme pro Jahr, einige Kreditinstitute lassen auch eine Sondertilgung von zehn Prozent pro Jahr zu. Auch diese regelmäßigen Sonderzahlungen führen dazu, dass sich die Kreditsumme erheblich reduziert. Somit wird das Zinsänderungsrisiko geringer.
Das Verhältnis Zins/Tilgung verändert sich prozentual während der Zinsbindung nicht. Der Zinsbetrag wird jedoch jeden Monat etwas geringer, der Tilgungsbetrag etwas höher.